Cereus acanthosphaera Weingart 1914

Publication Monatsschrift für Kakteenkunde 24 : 81 (-84) (1914).

Synonyme de

Deamia testudo (Karwinsky ex Zuccarini) Britton & Rose

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Publication originale (Weingart 1914) :
« Cereus acanthosphaera Weing. spec. nov.
Von Wilh. Weingart.
Cereus obscure viridis radicans, in arboribus scandens et pendulus, basi ramosus, ramis uniformibus 3—7 m longis, articulis brevibus aequalibus rectangulis angustis, costis 4—5 compresso-alatis rectis, sinubus acutis; areolis parvis parce tomentosis patentibus, aculeis acicularibus 1—3 brevibus fuscis superne divergentibus; flore ignoto; fructu globoso magno pendulo flavido-viridi piloso et valde aculeato, perigonio marcescente dependente coronato.
In der „Monatsschrift für Kakteenkunde" XVI (1906) in meiner Arbeit: „Über neue von PURPUS in Mexiko gesammelte Cereen" habe ich auf Seite 158 einen Cereus aus der Reihe der Pterogoni erwähnt, den ich für neu halte und dessen Beschreibung ich hiermit gebe.
Am 5. September 1906 erhielt ich von Herrn J. A. PURPUS in Darmstadt die ersten Stücke, die er von seinem Bruder Dr. C. A. PURPUS in Mexiko erhalten hatte; die zweite Sendung derselben Art traf am 6. März 1907 ein. Nur in der ersten Sendung waren einige lebende Stücke; ich pflegte sie weiter, konnte jedoch nur zwei am Leben erhalten, die im Herbst 1907 mit meiner Sammlung nach Dahlem kamen, wo sie aber eingegangen sind. Das getrocknete Material besitze ich noch, es dient mir zur mikroskopischen Untersuchung. Ferner erhielt ich am 18. Februar 1907 eine sehr gute Photographie, die Herr C. A. PURPUS am Fundorte des Cereus aufgenommen hatte. Dieses sind die Unterlagen für die Beschreibung.
Die Photographie zeigt einen alten Baum, der am steilen Abhang wächst und sich fast wagerecht über den Fluss beugt; er ist mit grossen Bromeliaceen besetzt und mit dem Cereus bewachsen, dessen aus kurzen Zweigstücken gebildete Äste in langen Bändern in die Luft hängen. Die Pflanzen sind fast nur am Grunde verzweigt, die Äste selbst scheinen sich kaum zu verzweigen, die bandförmige Gestalt kommt in der Weise zustande, dass jedes Zweigstück am Gipfel neu austreibt, also jeder Trieb einer Wachstumsperiode entspricht, oder dass eine seitliche Areole, die dem Scheitel zunächst steht, rechts oder links, austreibt und so den Zweig fortsetzt. Beide Arten des Wachstums sind auf dem Bild deutlich zu erkennen. Am Scheitel eines Astendes hängt die wohl faustgrosse Frucht, mit gewaltigen Stacheln bewehrt, einem sogenannten Morgensterne, der mittelalterlichen Waffe, vergleichbar; die vertrocknete Blüte hängt von der Frucht lang herab.
Standort am Rio de Santa Maria, Mexiko. (Nebenfluss des Rio Antigua, Staat Vera Cruz).
Bezeichnet waren die zwei Sendungen mit Cereus D und Cereus XXVI des Kataloges von A. PURPUS.
Haut mattdunkelgrün, etwas ins Graue gehend, lederartig und unter der Lupe weisslich punktiert; die gesandten Triebe sind alle etwa 20 cm lang und 30 bis 35 mm breit, nur ein Stück zeigt eine Breite von 50 mm bei gleicher Länge. Zentralachse holzig und nicht besonders stark, 4, selten 5 dünne Rippen, die Kanten gerade und einander parallel laufend, also die Triebe gleich breit. Reichliche Luftwurzeln treten auf der Unterseite des Triebes aus den Furchen hervor, einzelne sogar aus den Kanten der Rippen, was ungewöhnlich ist. Oben und unten sind bei den aufliegenden Trieben die Rippen so nach der Seite geschlagen, dass eine Fläche entsteht, so dass dann also zwei ebene Flächen und an jeder Seite eine tiefe Furche vorhanden sind. Bei 5 Rippen liegen 3 auf einer Seite und 2 auf der anderen, jedesmal eng aufeinander. An freihängenden Zweigen gleicht der Querschnitt mehr einer römischen X.
Areolen etwa 15 mm entfernt, klein, mit wenig Filz, aus den geraden Kanten etwas hervortretend. An jungen Trieben meist 1 Stachel, anfangs braun, zuletzt weisslich, sehr dünn, starr, spitz, nadelförmig, am Grunde kugelig verdickt und heller gefärbt, 7 mm lang. Später 2, 3 Stacheln, ebenso gebaut, alle sind steil nach oben gerichtet, dann 4 Stacheln, der obere 6 mm, der untere 5 mm lang, die zwei seitlichen je 12 mm. oder 3 Stacheln, zwei seitliche je 12 mm und ein unterer dünnerer 7 mm lang, immer alle steil nach oben zeigend. Ein junger Trieb zeigt in den Areolen statt der Stacheln 3 bis 12 Stück 10 mm lange braune Borsten und flockige, bräunliche, kurze Areolenwolle und an einer einzigen Areole 5 kleine Stacheln, von denen ein ziemlich gerade abstehender als Mittelstachel anzusehen ist, 2 längere nach oben stehend und je ein kurzer nach der Seite als Randstacheln; sie erreichen alle nur 2 bis 4 mm Länge. Der Scheitel der jungen Triebe ist ganz kurz abgerundet.
Jüngere Stacheln sind unter dem Mikroskop dicht mit einzelligen Haaren bedeckt, die nach oben oder nach der Seite gerichtet sind und im Querschnitt die Form einer von oben und unten her flachgedrückten Ellipse zeigen. Ältere Stacheln zeigen diese Haare nicht mehr.
Frucht nach Angabe von Dr. C. A. PURPUS gelblichgrün, mit Stacheln und Stachelhaaren bedeckt.
Die mikroskopische Untersuchung der Epidermis und des Parenchyms vom trockenen Material erwies sich als hochinteressant, aber als recht schwierig; ich habe ziemlich vier Monate damit zugebracht. Der Cereus bietet so viel Abweichendes von anderen Arten der Gattung, er ist noch mehr wie die anderen von mir untersuchten Cereen darauf eingerichtet, mit einem Minimum von Feuchtigkeit auszukommen, was ja an seinem Standort recht nötig ist, denn es wird jeder Regentropfen rasch abrinnen und verdunsten. Die Epidermis ist mit einer Wachsschicht bedeckt, die sich schwer löst; sie ist so zart gebaut, dass man Schnitte nur in Paraffineinbettung machen kann, und hat so wenig Spaltöffnungen, dass erst mehrere 100 Schnitte die Möglichkeit geben, eine Spaltöffnung zu treffen; ich habe im ganzen wohl 400 Schnitte angefertigt, von denen 4 brauchbar waren. Nachstehend die gefundenen Resultate:
Die Epidermis besteht aus zwei Schichten; die oberste, aus kegelförmigen Zellen, die an ihren Spitzen teilweise mit Öl (Schutz gegen Insektenfrass etc.) gefüllt sind, ist am Grunde der Zellen mit einer Wachsschicht von etwa 1 Mikromillimeter Stärke bedeckt; diese Wachsschicht überzieht lose aufliegend auch Schliesszellen und Spaltöffnungen. Die Zellen haben runden oder ovalen Grundriss, sind von ganz verschiedener Höhe und kegelförmig, halbkugelig, zuckerhut- oder bienenkorbartig, die Wände sehr dünn, kaum 1 Mikromillimeter stark, eine besondere Cuticula ist nicht zu erkennen; alle Zellwände von der Epidermis und auch vom Hypoderm scheinen mit Öl, Fett od. dgl. getränkt zu sein. In der obersten Schicht der Epidermis liegen die Schliesszellen, die sehr klein sind und zusammen eine lange Ellipse vorstellen, mit schwacher Cuticularleiste im geschlossenen Ring aussen herum und kurzer, nicht bis nach aussen gehender, gerader Cuticularleiste am Innenrand. Spaltöffnung eng und sehr kurz. Die Schliesszellen liegen erhöht, die Nebenzellen fallen nach aussen ab. Es sind 2 halbmondförmige Nebenzellen vorhanden, die mit stumpfen Enden zusammenstossen, eine ist doppelt so breit als die andere. Um die Nebenzellen herum ein Ring von ziemlich gleich breiten Nachbarzellen. Auf 1 Quadratmillimeter kommen 3 bis 4 Spaltöffnungen, oft nur eine; an einem Präparat fand ich 7 Spaltöffnungen auf den Quadratmillimeter. (Cereus Martianus Zucc, der die wenigsten, aber grössten Spaltöffnungen hat, zeigt 6 pro Quadratmillimeter, Cereus triangularis Haw. z. B. 16 Stück).
Die Spaltöffnungen liegen meist parallel oder wenig schräg zur Längsrichtung des Triebes. Im Querschnitt sind die Schliesszellen klein, kreisförmig, ohne irgend welche Vorsprünge, Leisten etc., sie liegen in Einbuchtungen der Nebenzellen eingesenkt. Die zweite Schicht der Epidermis besteht aus flachen Zellen mit Wänden von derselben geringen Stärke wie in der ersten Schicht. Die Zellen sind im Grundriss gross, mit im weiten Bogen geschlängelten Umfassungswänden und geraden, nachträglich gebildeten, besonders dünnen Scheidewänden; manchmal findet sich eine Mittelwand mit versetzt gestellten (also nicht durchgehenden) Scheidewänden.
Im Querschnitt sind die Zellen ziemlich lang und ziemlich hoch, gestreckt elliptisch. Die Deckwand geht unter den Schliesszellen hindurch, ist aber an dieser Stelle gefaltet und gewellt. Atemhöhlen sind nirgends zu finden, auch im Hypoderm ist
keine Andeutung einer solchen!
In der ersten Schicht des Hypoderms und ebenso in der nicht immer vorhandenen zweiten sind die Zellen im Grundriss mittelgross, ganz unregelmässig geformt, 3-, 4-, 5-, 6eckig mit ziemlich gleich breiten, 3 bis 4 Mikromillimeter starken Wänden, in den Ecken kaum verdickt, mit vielen Tüpfeln versehen. Im Querschnitt sind in der ersten Schicht die Zelldecken schwach und gewölbt, Seitenwände und Boden stark, die Zellen etwa halb so hoch wie die Epidermiszellen in der zweiten Schicht.
In der zweiten Schicht des Hypoderms sind die Decke (also die Bodenwand der ersten Schicht), Seitenwände und Boden stark, die Zellen im Querschnitt sehr niedrig (halb so hoch wie in der ersten Hypodermschicht), langgestreckt rechteckig und mit Schleim gefüllt. Die Seitenwände setzen sich als kurze Leisten nach unten fort; an diesen Leisten ist die erste Schicht des Parenchyms, die aus kleinen, halbkugelförmigen Zellen besteht, angeheftet. Zwischen diesen Zellen und der Bodenschicht des Hypoderms ist Schleim eingelagert, der gummiartig ist. Beim Trocknen reisst die nur schwache Verbindung des Hypoderms mit dem Parenchym, und Epidermis mit Hypoderm fallen leicht vom Parenchym ab. Im Parenchym kommt dann eine Schicht flacher, mit einzelnen kugelförmigen, nicht sehr grossen, mit Schleim gefüllten Zellen, dann die üblichen grossen, im Querschnitt quadratischen oder rechteckigen Zellen mit schwach geschlängelten Wänden. In der Mitte der Rippe Stränge von verholzten Zellen und Tracheiden, wie gewöhnlich.
Das Parenchym ist sehr dunkelgrün gefärbt und wird beim Trocknen schwarzbraun, bleibt auch so nach dem Aufkochen; Alkohol bleicht es nicht und Chlor nur sehr langsam; man muss die Schnitte in Eau de Javelle legen, ganze Rippenstücke werden im Parenchym aussen herum im Eau de Javelle zerstört, ehe sie innen entfärbt werden. Jedenfalls ist das färbende Prinzip Indigo. Die trockenen Stücke aus der Heimat haben sich hier nach und nach an den Schnittflächen des Parenchyms mit einem leuchtend blauen Anfluge bedeckt Ich habe dieselbe Erscheinung schon an Cereus chalybaeus Otto und C. Bridgesii S.-D. beobachten können, und zwar an alten Stücken, die infolge von Nahrungsmangel (ausgelaugter Erde) und übermässigem Trockenhalten langsam abstarben. Ich werde versuchen, den blauen Anflug genauer zu bestimmen. Hoffentlich erhalten wir später noch einmal lebendes Material des oben beschriebenen Cereus, interessant genug ist die Pflanze. »

Étymologie

- Cereus : du latin cereus, cierge, en référence au port colonnaire de ces cactus.
- acanthosphaera : du grec ancien akantha, épine, et sphaîra, sphère, sans doute en référence au fruit épineux, comparé par Weingart à la boule métallique hérissée de pointes du fléau d’armes médiéval.

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philippe (contacter l'auteur ou écrire aux admins de l'encyclopédie)
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